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<title>Instrumentalis</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Instrumentalis</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Instrumentalis</b> oder <b>Instrumental</b> – dt. auch <i>Womit-Fall</i> – bezeichnet in der <a href="Sprachwissenschaft" title="Sprachwissenschaft">Sprachwissenschaft</a> einen grammatischen Fall oder <a href="Kasus" title="Kasus">Kasus</a>, dessen Namen von seiner typischen Funktion herrührt, das Instrument oder Mittel zu einer Handlung anzugeben (eine <a href="Adverbiale_Bestimmung" title="Adverbiale Bestimmung">Adverbiale Bestimmung</a> des Instruments, siehe <a href="Modaladverbial#Instrumental" title="Modaladverbial">Modaladverbial #Instrumental</a>). Seine Funktionen können sich aber auch auf andere Arten von adverbialen Bestimmungen erstrecken sowie auf noch weitere Funktionen.
</p><p>In der Grammatik des <a href="Deutsche_Sprache" title="Deutsche Sprache">Deutschen</a> gibt es keinen Instrumentalkasus, frühere Sprachstufen des <a href="Urgermanische_Sprache" title="Urgermanische Sprache">Germanischen</a> zeigten ihn aber noch.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bedeutung">Bedeutung</h2></div>
<p>Mit Hilfe des Instrumentalis wird zum Ausdruck gebracht, dass eine Handlung eines <a href="Agens_(Linguistik)" title="Agens (Linguistik)">Agens</a> durch den Einsatz des so bezeichneten Gegenstands ermöglicht oder gefördert wurde. Die ursprüngliche Bedeutung des Instrumentals ist also die Bezeichnung des Mittels oder Werkzeugs, mit welchem eine Handlung ausgeführt wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verbreitung">Verbreitung</h2></div>
<p>Den Instrumentalis gibt es als <a href="Kasus" title="Kasus">Kasus</a> in vielen Sprachen der Welt. Er war zum Beispiel einer von vermutlich acht <a href="Kasus" title="Kasus">Fällen</a> des <a href="Substantiv" title="Substantiv">Substantivs</a>, die das <a href="Indogermanische_Ursprache" title="Indogermanische Ursprache">Urindogermanische</a> kannte und einige indogermanische Sprachen noch heute kennen, etwa die baltischen und slawischen Sprachen.
In den meisten heutigen <a href="Indogermanische_Sprachen" title="Indogermanische Sprachen">indogermanischen Sprachen</a> ist der Instrumentalis durch eine <a href="Pr%C3%A4position" title="Präposition">präpositionale</a> Fügung ersetzt worden (<i>mit</i> einem Hammer [dt.], <i>avec</i> un marteau [frz.]). In der <a href="Lateinische_Sprache" class="mw-redirect" title="Lateinische Sprache">lateinischen Sprache</a> ist der Instrumentalis im <a href="Ablativ" title="Ablativ">Ablativ</a> aufgegangen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Entwicklung_in_den_germanischen_Sprachen">Entwicklung in den germanischen Sprachen</h3></div>
<p>Im Urgermanischen dürfte der Instrumentalis wie folgt ausgesehen haben:
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr>
<th>Fall</th>
<th>Urgermanisch</th>
<th>Neuhochdeutsch
</th></tr>
<tr>
<td>Instrumentalis</td>
<td>*<i>hwehwlō</i></td>
<td>mit einem/dem Rad
</td></tr>
<tr>
<td>Nominativ</td>
<td>*<i>hwehwlą</i></td>
<td>ein/das Rad
</td></tr>
</tbody></table>
<p>Im <a href="Deutsche_Sprache" title="Deutsche Sprache">Deutschen</a> war der Instrumentalis rudimentär noch im <a href="Althochdeutsche_Sprache" title="Althochdeutsche Sprache">Althochdeutschen</a> vorhanden. Ein Beispiel ist <i>swertu houwan</i> „mit dem Schwert hauen“ im <a href="Hildebrandslied" title="Hildebrandslied">Hildebrandslied</a>. Schon damals wurde er aber zunehmend von <a href="Pr%C3%A4position" title="Präposition">Präpositionalkonstruktionen</a> abgelöst.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In einigen wenigen Wörtern allerdings lebt dieser Fall in der hochdeutschen Sprache bis zum heutigen Tage fort. So stellt das Fragewort „wie“ (ahd. <i>(h)wiu</i>) eigentlich den Instrumental zu „was“ (ahd. <i>(h)waz</i>) dar. Auch in „heute“ und „heuer“ steckt ein Instrumentalis: Beide Umstandswörter, die im <a href="Althochdeutsch" class="mw-redirect" title="Althochdeutsch">Althochdeutschen</a> <i>hiutu</i> bzw. <i>hiuru</i> lauteten, sind Zusammensetzungen aus den Phrasen im Instrumental <i>*hiu tagu</i> „an diesem Tage“ und <i>*hiu jâru</i> „in diesem Jahre“.
In dieser Reihe steht auch ein Zeitadverb <i>heunt,</i> das unter anderem noch im <a href="Bairische_Sprache" class="mw-redirect" title="Bairische Sprache">Bairisch-Österreichischen</a> mundartlich als <i>heint</i> vorkommt, und das im <a href="Hochalemannisch" title="Hochalemannisch">Hochalemannischen</a> gebräuchliche <i>hinech</i> mit der Bedeutung „heute Abend“; auf Althochdeutsch lautete es <i>hîneht</i> (entstanden aus <i>*hiu nehti</i> „in dieser Nacht“).<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im <a href="Altisl%C3%A4ndische_Sprache" title="Altisländische Sprache">Altisländischen</a> und, in stark reduzierter Verwendung, auch noch im <a href="Isl%C3%A4ndische_Sprache" title="Isländische Sprache">Neuisländischen</a> kann der Dativ die Funktion des Instrumentalis übernehmen: <i>Jón var stunginn rýtingi</i> „Jón wurde mit dem Dolch erstochen“, wobei <i>rýtingi</i> der Dativ von <i>rýtingur</i> ist. Gewöhnlicher ist heute aber die Verwendung der Präposition <i>með</i> „mit“, die ebenfalls den Dativ nach sich zieht (<i>með rýtingi</i> „mit dem Dolch“). Den Dativ in der Funktion des Instrumentalis nennt man auf Isländisch <i>tækisþágufall, tækisfall, verkfærisþágufall</i> oder <i>verkfærisfall</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Entwicklung_in_den_slawischen_Sprachen">Entwicklung in den slawischen Sprachen</h3></div>
<p>Alle <a href="Slawische_Sprachen" title="Slawische Sprachen">slawischen Sprachen</a> außer <a href="Bulgarische_Sprache" title="Bulgarische Sprache">Bulgarisch</a> und <a href="Mazedonische_Sprache" title="Mazedonische Sprache">Mazedonisch</a> haben den Instrumentalis als einen eigenen <a href="Morphologie_(Linguistik)" title="Morphologie (Linguistik)">morphologisch markierten</a> Fall erhalten, der sogar oft noch vielfältige weitere Funktionen entwickelt hat, aber in vielen Fällen gleichwohl der Ergänzung durch eine <a href="Pr%C3%A4position" title="Präposition">Präposition</a> bedarf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="‚Eigentlicher‘_Instrumentalis"><span id=".E2.80.9AEigentlicher.E2.80.98_Instrumentalis"></span>‚Eigentlicher‘ Instrumentalis</h4></div>
<p>Ohne Präposition dient der Instrumentalis zur Bezeichnung eines Mittels oder Werkzeugs für eine Handlung, also zur Bildung einer <a href="Adverbiale_Bestimmung" title="Adverbiale Bestimmung">Adverbialphrase</a>:
</p>
<pre>* Bosnisch/Kroatisch/Serbisch: <i>Pišem rukom.</i>
* Polnisch: <i>Piszę ręką.</i>
* Russisch: <i>Pišu rukoj.</i>
* Tschechisch: <i>Píšu rukou.</i>
* Ukrainisch: <i>Pyšu rukoju.</i>
„Ich schreibe von Hand/mit der Hand/händisch.“
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Agensmarkierung">Agensmarkierung</h4></div>
<p>In einigen slawischen Sprachen dient der Instrumentalis außerdem in <a href="Diathese_(Linguistik)" title="Diathese (Linguistik)">Passivkonstruktionen</a> zur Bildung der <a href="Agens_(Linguistik)" title="Agens (Linguistik)">Agens</a>phrase, d. h., er drückt aus, durch wen eine Handlung vorgenommen wird:
</p>
<pre>* Russisch: <i>On byl ubit drug<b>om</b>.</i>
* Slowakisch: <i>Bol zabitý kamarát<b>om</b>.</i>
* Tschechisch: <i>Byl zabit kamarád<b>em</b>.</i>
* Ukrainisch: <i>Vin buv ubytyj drug<b>om</b>.</i>
„Er wurde von einem Freund getötet“.
</pre>
<p>Im Polnischen ist diese Art der Agensmarkierung nur mittels <a href="Pr%C3%A4position" title="Präposition">Präposition</a> <i>przez</i> möglich. Diese verlangt jedoch nicht den Instrumentalis, sondern den <a href="Akkusativ" title="Akkusativ">Akkusativ</a>:
</p>
<pre>* Polnisch: <i>Został zabity przez przyjaciela.</i>
</pre>
<p>Im Bosnisch/Kroatisch/Serbischen ist die Agensmarkierung durch den Instrumental selten und auf <a href="Belebtheitskategorie" title="Belebtheitskategorie">Inanimata</a> beschränkt:
</p>
<pre>* Serbokroatisch: <i>Je ubijen automobil<b>om</b>.</i> (nicht: <i>prijatelj<b>em</b></i>)
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Prädikativer_Instrumentalis"><span id="Pr.C3.A4dikativer_Instrumentalis"></span>Prädikativer Instrumentalis</h4></div>
<p>Für die slawischen Sprachen ist auch der prädikative Instrumental typisch, dessen Verwendung jedoch in den heutigen Idiomen schwankt.
</p>
<pre>* Polnisch: <i>Ja byłem studentem.</i>
* Russisch: <i>Ja byl studentom.</i>
* Slowakisch: <i>Bol som študentom.</i>
* Tschechisch: <i>Byl jsem studentem.</i>
* Ukrainisch: <i>Ja buv studentom.</i>
„Ich war Student.“
</pre>
<p>In manchen slawischen Sprachen ist der prädikative Instrumentalis vollständig durch den prädikativen Nominativ ersetzt worden:
</p>
<pre>* Bosnisch/Kroatisch/Serbisch: <i>Bio sam student.</i>
* Slowenisch: <i>Sem bil študent.</i>
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Lokaler_Instrumentalis">Lokaler Instrumentalis</h4></div>
<p>In manchen slawischen Sprachen dient der Instrumentalis auch zur Bildung von Adverbialphrasen, die lokale Bedeutung haben und im Deutschen mit einer <i>durch</i>-<a href="Pr%C3%A4positionalphrase" title="Präpositionalphrase">Präpositionalphrase</a> wiedergegeben werden können:
</p>
<pre>* <a href="Tschechische_Sprache" title="Tschechische Sprache">Tschechisch</a>: <i>Jdu lesem.</i> – „Ich gehe durch den Wald.“
* Bosnisch/Kroatisch/Serbisch: <i>Šetam gradom.</i> – „Ich spaziere (kreuz und quer) durch die Stadt.“
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Temporaler_Instrumentalis">Temporaler Instrumentalis</h4></div>
<p>Im Bosnisch/Kroatisch/Serbischen kann der Instrumentalis auch temporale Bedeutung haben:
</p>
<pre>* <i>Dolazi vikendom.</i> – Er/Sie kommt (regelmäßig) am Wochenende.
* <i>Dolazi radnim danima.</i> – Er/Sie kommt an Werktagen.
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Verwendung_mit_Präpositionen"><span id="Verwendung_mit_Pr.C3.A4positionen"></span>Verwendung mit Präpositionen</h4></div>
<p>Eine neuere Entwicklung ist die Verwendung des Instrumentalis mit Präpositionen, beispielsweise mit <i>za</i> ‘nach’ (z. B. nach etwas streben), <i>pod</i> ‘unter’, <i>nad</i> ‘über’, <i>przed</i> ‘vor’ usw.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Komitative_Verwendung">Komitative Verwendung</h5></div>
<p>In <a href="Komitativ" title="Komitativ">komitativer</a> Bedeutung wird der Instrumentalis von den meisten slawischen Sprachen mit der Präposition <i>s</i> (polnisch: <i>z</i>) verwendet, die sich ins Deutsche als „(gemeinsam) mit“ übersetzen lässt:
</p>
<pre>* Polnisch: <i>Przyjechałem <b>z</b> przyjaciel<b>em</b>.</i>
* Russisch: <i>Ja prišël <b>s</b> drug<b>om</b>.</i>
* <a href="Serbokroatisch" class="mw-redirect" title="Serbokroatisch">Serbokroatisch</a>: <i>Došao sam <b>s</b> prijatelj<b>em</b>.</i>
* <a href="Slowakische_Sprache" title="Slowakische Sprache">Slowakisch</a>: <i>Prišiel som <b>s</b> kamarát<b>om</b>.</i>
* Slowenisch: <i>Prišel sem <b>s</b> prijatelj<b>em</b>.</i>
* <a href="Tschechische_Sprache" title="Tschechische Sprache">Tschechisch</a>: <i>Přišel jsem <b>s</b> kamarád<b>em</b>.</i>
„Ich kam mit einem Freund.“
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Entwicklung_in_den_baltischen_Sprachen">Entwicklung in den baltischen Sprachen</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Lettisch">Lettisch</h4></div>
<p>Im <a href="Lettische_Sprache" title="Lettische Sprache">Lettischen</a> ist der Instrumentalis als morphologisch distinkter Kasus nicht mehr vorhanden, sondern ist im Singular mit dem <a href="Akkusativ" title="Akkusativ">Akkusativ</a> und im Plural mit dem <a href="Dativ" title="Dativ">Dativ</a> <a href="Synkretismus" title="Synkretismus">zusammengefallen</a>. Dieser <a href="Synkretismus" title="Synkretismus">Synkretismus</a> gilt für alle <a href="Lettische_Sprache#Substantive" title="Lettische Sprache">Substantivklassen des Lettischen</a>. Auch in seiner Verwendung ist der Instrumentalismus auf Adverbialphrasen mit der Präposition <i>ar</i> beschränkt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Litauisch">Litauisch</h4></div>
<p>Im Litauischen ist der Instrumentalis als morphologisch distinkter Kasus erhalten, wie man am Beispiel „Zahn“ sehen kann:
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr>
<th style="width:100px;">Kasus
</th>
<th style="width:100px;">Singular
</th>
<th style="width:80px;">Plural
</th></tr>
<tr>
<td>Nominativ
</td>
<td><i>dantis</i>
</td>
<td><i>dantys</i>
</td></tr>
<tr>
<td>Instrumental
</td>
<td><i>dantimi</i>
</td>
<td><i>dantimis</i>
</td></tr></tbody></table>
<p>In prädikativer Verwendung ist die Opposition Nominativ – Instrumental semantisch distinktiv: Inhärente Eigenschaften des Subjekts erfordern in der Regel den Nominativ, zeitweilige dagegen den Instrumental.
</p><p>Eine sekundäre Bedeutung des Instrumentalis im <a href="Litauische_Sprache" title="Litauische Sprache">Litauischen</a> (wie auch in einigen slawischen Sprachen) ist die Lokalbedeutung, z. B. litauisch <i>eiti mišku</i> („durch den Wald gehen“).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Andere_Sprachen">Andere Sprachen</h3></div>
<p>Auch außerhalb der indogermanischen Sprachfamilie gibt es Formen des Instrumentalis, etwa in den <a href="Finno-ugrische_Sprachen" title="Finno-ugrische Sprachen">finno-ugrischen Sprachen</a> und in den <a href="Turksprachen" title="Turksprachen">Turksprachen</a>.
</p><p>Im <a href="Ungarische_Sprache" title="Ungarische Sprache">Ungarischen</a> wird nach den Regeln der <a href="Vokalharmonie" title="Vokalharmonie">Vokalharmonie</a> das Suffix <i>-val</i> bzw. <i>-vel</i> an ein Substantiv angefügt:
</p>
<pre>* <i>egy ló</i> ‘ein Pferd’ – <i>egy lóval</i> ‘mit einem Pferd’
* <i>a bicikli</i> ‘das Fahrrad’ – <i>a biciklivel</i> ‘mit dem Fahrrad’
</pre>
<p>Ist der letzte Laut eines Substantivs ein Konsonant, wird dieser für den Instrumentalis verdoppelt und tritt an die Stelle des <i>v.</i>
</p>
<pre>* egy vonat 'ein Zug' – vonattal utazni ‘mit dem Zug verreisen’
* fiútestvér 'Bruder' – fiútestvérrel beszélek ‘ich spreche mit dem Bruder’
</pre>
<p>Auch das <a href="T%C3%BCrkische_Sprache" title="Türkische Sprache">Türkische</a> kennt die Suffixe <i>-in/-ın</i>, welche nach den Regeln der Vokalharmonie an das Substantiv angefügt werden. Dieser Fall kommt heutzutage aber selten vor und war früher weiter verbreitet.
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="T%C3%BCrkische_Sprache#Grammatik" title="Türkische Sprache">„Grammatik“ im Artikel Türkische Sprache</a></div>
<pre>* <i>gelmek</i> ‘kommen’ – <i>gelmeksizin</i> ‘ohne zu kommen’
* <i>kış</i> ‘Winter’ – <i>kışın</i> ‘im Winter’, ‘winters’
* <i>yapmak</i> ‘machen’ – <i>yapmaksızın</i> ‘ohne zu machen’
* <i>yaz</i> ‘Sommer’ – <i>yazın</i> ‘im Sommer’, ‘sommers’
</pre>
<p>Obwohl die türkische Grammatik den Instrumentalis als Fall nicht kennt, wird er seit den 1970er Jahren vermehrt verwendet. Dazu wird durch <a href="Verschmelzung_(Grammatik)" title="Verschmelzung (Grammatik)">Verschmelzung</a> das Wort <i>ile</i> gemäß den Regeln der Konsonanten- und <a href="Vokalharmonie" title="Vokalharmonie">Vokalharmonie</a> mit dem Suffix <i>-la</i>, <i>-le</i>, <i>-yla</i> oder <i>-yle</i> gebildet:
</p>
<pre>* <i>artış<b>la</b></i> (= artış + <b>ile</b>) – <b>mit</b> [der] Erhöhung
* <i>çalışma<b>yla</b></i> (= çalışma + <b>ile</b>) – <b>durch</b>/<b>mit</b> Arbeiten/Lernen
* <i>gelişme<b>yle</b></i> (= gelişme + <b>ile</b>) – <b>mit</b> [der] Entwicklung
* <i>güzellik<b>le</b></i> (= güzellik + <b>ile</b>) – <b>mit</b> Grazie/Schönheit
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Hans_Ulrich_Schmid" title="Hans Ulrich Schmid">Hans Ulrich Schmid</a>: <i>Althochdeutsche Grammatik II. Grundzüge einer deskriptiven Syntax</i> (= <i>Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte.</i> Hauptreihe. Band 5.2). de Gruyter, Berlin/Boston 2023, S. 23–25.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Etymologisches Wörterbuch des Deutschen.</i> Erarbeitet unter der Leitung von <a href="Wolfgang_Pfeifer_(Etymologe)" title="Wolfgang Pfeifer (Etymologe)">Wolfgang Pfeifer</a>. Berlin 1989, München 1995, Artikel <i>heuer, heute, wie</i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><i><a href="Schweizerisches_Idiotikon" title="Schweizerisches Idiotikon">Schweizerisches Idiotikon</a>,</i> Band IV, Spalte 661, Artikel <i>hinacht</i> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://digital.idiotikon.ch/p/lem/133766">Digitalisat</a>).</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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